MILITÄR

Hohenwacht verfügt nur über ein kleines stehendes Heer, bestehend aus der markgräflichen Hausgarde, den Wachen Hohenwachts, den Bütteln der verschiedenen kleinen Ansiedlungen und der kleinen berittenen Grenzwacht. 

Im Kriegsfalle wird das Heer einberufen, welches dann aus den Gefolgen der Adeligen besteht, sowie aus den dienstverpflichteten Freisassen. Die Teilnahme an allmonatlichen Bogenschützenturnieren ist für Freisassen verpflichtend, so dass aus einem stetigen Reservoir fähiger Schützen geschöpft werden kann.

Die Garde:

Als ein ländlich geprägtes Land und zerklüftet in seiner Topographie verfügt die Mark Hohenwacht nicht über die Bevölkerungszahlen, um ein großes und stehendes Heer unterstützen zu können. Bereits die reinen Kosten wären für die Wirtschaft viel zu groß und könnte es kaum über wenige Wochen unterstützen. Allerdings gibt es dennoch erfahrene und eiserne Berufssoldaten innerhalb der Mark Hohenwacht, die ihr Leben dem Kampf und dem Schutz von Haus, Ehre und Mark gewidmet haben. Die Hausgarde bildet den harten Kern aller Infanterieaufgebote des Hauses van Haven, ein stählernes Zentrum jeder Schlachtenlinie, das eher sterben als sich ergeben würde.

Stationiert auf der Festung Hohenwacht übernimmt die Garde vor allem den Wachdienst innerhalb der Festung und der umliegenden Lande, unterstützt teilweise die Grenzwacht und übt sich zumeist in militärischer Taktik, Drill und Waffenfähigkeiten. Auch begleiten sie Mitglieder des Hauses und der Mark, wenn sie das Land verlassen und sind in jeder Form von Heeresaufgebot zu finden. Die hart gedrillten Gardisten sind zumeist Veteranen aus zahlreichen Gefechten, als Männer von Arathi sind sie mit den traditionellen Feinden der Menschheit, wie den Trollen, den Ogern und den Verlassenen mehr als nur vertraut und verbinden einen tiefen Groll mit ihren Todfeinden. Es sind zumeist Männer in der Blüte ihrer Jahre, geführt von älteren Kämpen von furchterregender Erfahrung und ebensolchen Trinkgewohnheiten, wenige schaffen es die älteren Veteranen unter den Tisch zu trinken. Auch wenn der Traum der Mädchen und jungen Frauen in der Mark hin und wieder auch zur Mitgliedschaft in der Garde schweift in der Vorstellung, eine Schildmaid sein zu können, so ist die Garde dennoch ein harter Haufen und die Anforderungen sind noch härter. Auch wenn es mittlerweile Frauen und Maiden in den Reihen der Garde gibt, ist ihre Zahl noch immer kleiner als die ihrer männlichen Kameraden. Doch sie sind stolz, sie sind hart und sie sind stur dabei, sich einen Platz zu erkämpfen und ihn bereits im Herzen der Mark erkämpft zu haben. Als Berufssoldaten verfügen die Gardisten nicht nur über eine ausgezeichnete Physis und Kondition, sondern sie sind im Gegensatz zu den hin und wieder unordentlich wirkenden Heerhaufen der Freisassen auch in den Feinheiten taktischer Finessen geschult und befolgen Befehle diszipliniert und geordnet. Mancher möchte allerdings auch behaupten, die brummigen Stimmen ihrer Offiziere wären dabei eine größere Hilfe als der reine Drill in Friedenszeiten. Zudem ist die Garde auch immer wieder in kleinere Kampfhandlungen verwickelt gegen kleinere Trollbanden oder Ogergrüppchen, ihre Fähigkeiten werden von daher auch in Friedenszeiten immer wieder geschärft, der Zusammenhalt gestärkt.

Die Hausgarde der Mark Hohenwacht verfügt neben den Rittern auf den Zugriff auf die beste Ausrüstung, die die Mark und das Haus van Haven zu bieten hat. Jeder Gardist trägt im Mindesten eine Rüstung in Form eines Kettenhemds, auch wenn gerade hier ein großer Fokus darauf gelegt wurde dass der größte Teil der Garde über eine Plattenrüstung verfügt zu seinem Schutze. Erkennbar sind sie schon von weither an ihren roten Schulterpanzern und den Wappenröcken mit dem weißen Drachen auf rotem Grund, der auf der Brust prangt. Ergänzt wird dieser Schutz durch einen Schild mit der roten Faust von Stromgarde, die Treue zum Königreich der Mark zum Königreich aufzeigend und sich dabei auch in das glorreiche Erbe des ältesten und ehrwürdigsten aller menschlichen Königreiche stellend. Die Bewaffnung stellt sich dabei immer aus dem Schwert zusammen, das von jedem Gardisten genutzt wird. Hinzu kommt ein ganzes Arsenal von weiteren Waffen, die von den unterschiedlichen Mitgliedern mit unterschiedlicher Fähigkeit genutzt werden. Darunter ist unter anderem die klassische Langwaffe, der Speer, allerdings auch die Hellebarde. Diese wird allerdings in der Regel vor allem im Wachdienst auf der Festung verwendet oder zu zeremoniellen Anlässen, weniger so jedoch im Feld. Ungewöhnlicher an ihren Fähigkeiten ist allerdings im Vergleich, gerade zu den anderen Königreichen, dass man es bei den Gardisten allesamt mit ungewöhnlichen guten Kletterern zu tun hat. Sie alle sind ausgebildet und seit langen Jahren trittsicher an Felswänden und steilen Hängen, dass dem Unbekannten so manche Überraschung erwarten mag, wenn er die bärbeißigen Männer dabei erlebt.

Die Garde bildet in der Schlacht das schwere Zentrum jeder Linie der Mark und zudem ihre letzte Linie. Die harten Kämpfer formen einen Anker für die Truppen der Freisassen, brechen feindliche Anstürme und fressen sich im Nahkampf tief in die Reihen der Feinde hinein. Ihre flexible Bewaffnung und die schweren Rüstungen machen sie darüber hinaus zur besten Wahl gegen eine Unzahl an Möglichkeiten, wie auch den Kampf gegen schwere Feinde. Ihr größter Nachteil ist ihre relativ kleine Zahl, was ihre Verluste schmerzlicher macht, wie es auch ihren individuellen Wert steigert.

Die Freisassen:

Die weiten Ebenen des Hochlands von Arathor und somit auch der Mark Hohenwacht beherbergt weniger größere Ansiedlungen als immer wieder auf dem Lande verteilte Gehöfte von unterschiedlicher Größe. Diese Höfe können von kleinen Katen bis zu ganzen Gebäudekomplexen heranreichen, die von entsprechend großen und vermögenden Landbesitzern geführt und bewirtschaftet werden. Als allgemeine Ordnung in der Gesellschaft der Mark ist eine auf freien Bauern und Handwerkern fußende Form von Zusammenleben, deren selbstbewusste und politisch partizipierende Rolle in der Mark Hohenwacht ihnen auch eine entsprechende Verpflichtung eingebracht hat, die allgemeine Beteiligung an den Kriegen, die die Mark zu führen hat.

Im Kriegsfall werden alle freien Bauern und Grundbesitzer eingezogen, um zusammen mit den Bannertruppen der Vasallen der Familie van Haven, der Hausgarde und natürlich mit der leichten Kavallerie der Grenzreiter und der berühmten schweren Ritter von Arathi die Reiche der Menschen und ihre Grenze gegen alle Feinde zu verteidigen, die sich gegen sie stellen. Die meisten Freisassen mögen im richtigen Alter sein, wenngleich Unterschiede nach oben oder unten immer wieder vorkommen und nicht immer die Zahlen nur mit den Menschen im perfekten Alter geführt werden können. Die geringe Bevölkerungsdichte der Mark macht den Herren der Mark einen solchen Luxus wie im Süden meist nicht und so finden auch Frauen immer wieder ihren Weg in die Heere der Mark in nicht geringer Zahl. Darüber hinaus ist die Schildmaid noch immer eine Legende und auch ein durchaus möglicher Traum in den Hochlanden, auch wenn nur die Wenigsten jemals die Möglichkeit erhalten diesen Traum zu verwirklichen. Doch für manche junge Frau und Mädchen ist das Leben einer Schildmaid ein lang gehegter Traum, der sie nicht weniger tapfer in der Schlacht kämpfen lässt als ihre männlichen Kameraden. Ebenso haben die wenigsten Freisassen das, was man eine allgemein geordnete Ausbildung an der Waffe nennen würde, allerdings ist die kriegerische Vergangenheit der Mark und ihre einhergehende Erfahrung in bewaffneten Konflikten beinahe allen Vätern und Großvätern der Markfamilien umfangreiche Kenntnisse über die Anwendung ihrer Waffen gegeben hat.

Insbesondere zwei Waffen sind im Aufgebot der Freisassen in einer ganz großen Rolle vertreten, die ironischerweise auch zu den ältesten Waffen gehören, die die Menschheit kennt. Der Speer und der Bogen. Auch wenn die Speere der Mark eher die Ausmaße von Piken besitzen und deutlich länger als die typischen zwei Meter sind, ist ihre Rolle doch dieselbe als im Nahkampf als relative Langwaffe. Ergänzt werden diese durch Bögen, diese allerdings sind ebenso keine Jagdbögen, sondern die mannshohen Langbögen aus flexiblem Eibenholz, die eine entsprechende Durchschlagskraft und Reichweite mit sich bringen. Die Rüstung und Panzerungen der Freisassen basieren auf dem Vermögen der einzelnen Freisassen und reichen vom gestärkten Wams über Gambeson bis hin zu Kettenhemden mit teilweise, einzeln platzierten Platten über den wichtigsten Teilen des Körpers. Was sie allesamt allerdings vereint sind Farben und Wappen, das Weiß und Rot des Markwappens.

Die Speerträger der Mark Hohenwacht übernehmen in der Schlacht die wichtige Aufgabe den Feind zu binden und auf Distanz zu halten, während andere Kräfte innerhalb der Schlachtformation den Feind zerschlagen und aufreiben. Ihre Speere und teilweise vorhandenen Schilde ermöglichen ihnen eine vergleichsweise sichere Distanz zu allen Feinden zu halten, die nicht wenigstens die Größe eines Ogers haben und insbesondere Engstellen mit großer Effizienz zu halten und zu blockieren. Unterstützung erhalten sie von der Waffengattung, die in den Hochlanden so große Verwendung findet wie kaum Andere. Die Langbogenschützen der Freisassen, die sich in monatlichen Wettkämpfen verpflichtet messen müssen, feuern ganze Pfeilwolken mit hoher Durchschlagskraft und Präzision in einem überraschenden Tempo auf die Feinde der Mark, um sie vor dem Gegenschlag der Sturmtruppen der Mark auszudünnen. Im Nahkampf sind sie allerdings schwer unterlegen und befinden sich daher jederzeit in relativer Reichweite weiterer Kräfte für entsprechende Bedrohungen.

Die Grenzwacht:

Die weiten Grasebenen, die immer wieder von Hügelketten unterbrochen werden, machen einen Großteil der Länder der Mark aus, die sich von den Gebirgen kommend dem Grenzfluss des Hohensporns entgegensenken. Die Überwachung dieser weiten Gebiete und der langen Grenzen ist für die Mark ebenso wichtig, wie es für Soldaten zu Fuß unmöglich wäre wirkungsvoll auch nur einen Bruchteil dessen abzudecken. Hierfür wurde in der Mark Hohenwacht schon vor Jahrhunderten eine berittene Grenzwacht ins Leben gerufen.

Die Grenzwacht besteht aus den wenigen Berufssoldaten innerhalb der Mark, die in kleineren Einheiten aufgeteilt meist unabhängig voneinander die Grenzen der Mark überwachen, sowie die wenigen befestigten Straßen zwischen den kleinen Weilern und Dörfern kontrollieren. Ihr Aufgabengebiet umfasst hierbei sowohl die schlichte Patrouille der Grenzen wie zusätzlich auch das Aufspüren und Ausschalten von kleineren Banden von räuberischen Trollen und den nicht auszumerzenden Banditen des Syndikats, die über Alterac kommend immer wieder ein Ärgernis darstellen. Diese Aufgaben machen die Grenzwacht vergleichsweise autark von Versorgung, die Patrouillen können mehrere Tage in Anspruch nehmen an denen kein Stall zur Verfügung steht, weswegen eine Denkweise von Eigenständigkeit keinesfalls selten ist. Ebenso findet sich ein gewisser Korpsgeist in dieser kleinen, professionellen Gruppe von Soldaten. Seit der Regentschaft von Lady Aelendra Aeslynn van Haven finden sich seit kurzer Zeit auch eine Gruppe Frauen in der Grenzwacht, die allerdings noch immer deutlich von den Männern dominiert wird und es den ebenso tapferen Maiden keinesfalls leicht machen, einen Platz zu finden. Auch wenn der berühmte arathische Sturkopf ihnen hierbei eine große Hilfe ist.
Ausgerüstet sind die meisten Grenzreiter mit den typischen Waffen der Menschheit: Schwert, Schild und Speer.

Insbesondere der Speer findet bei der Grenzwacht große Verwendung, nicht nur als Waffe zu Pferde sondern auch als Bannerzeichen, da jeder Grenzreiter einen Wimpel des Hauses van Haven daran gebunden hat, um die Zugehörigkeit und die Anwesenheit in der Mark Hohenwacht sofort aufzuzeigen. Einige wenige Reiter haben darüber hinaus auch die Fähigkeit erworben, vom Pferderücken aus Reiterbögen gegen die Feinde der Mark einzusetzen und ihren Kameraden Feuerschutz zu geben. Gerüstet sind sie zumeist in nicht mehr als weite Umhänge, gegebenenfalls Lederrüstungen und leichte Kettenhemden, mit denen sie Torso und vitale Bereiche schützen.

Beim Heeresaufgebot der Mark sind die Reiter der Grenzwacht mit einer flexiblen Rolle bedacht. Da ihre ungepanzerten Pferde sowohl gegen Fernkampfwaffen als auch für einen direkten Ansturm wie den ihrer gepanzerten Vettern, der Ritterschaft, denkbar ungeeignet sind, verfolgen sie zumeist eine andere Form von Rolle. Insbesondere die Aufklärung ist ihnen auf ihren schnellen Rossen und ihren geübten Augen überlassen, weiterhin betraut man sie gerne in ihrer Rolle als leichte bis mittelschwere Kavallerie mit der Jagd von Kriegsmaschinen, Plänklern oder in gegebener Situation als Sturmgruppe auf eine geschwächte Linie feindlicher Infanterie von der Flanke aus oder aus dem Rücken kommen. Ihre Bewaffnung aus Speeren und Schilden erlaubt ihnen auch hier dank der guten Rosse durchschlagende Wirkung, wenngleich sie nicht in der Lage sind durch ihre Ausrüstung, ein weiteres Handgemenge lange ohne Unterstützung zu überstehen

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